|| nachtleben auf dem land #2

ruralnightlife

Nach wie vor ist die Frage nach dem Nachtleben auf dem Land ungeklärt und ich habe einen neuen Versuch unternommen, dem Ganzen auf die Spur zu kommen. Ein erstes Zwischenfazit: Nachts ist es dort vor allem Nacht.

Es ist so sehr Nacht, dass man fast nichts sieht, dafür aber umso mehr hört, dass man vor allem nichts hört. Die Stille schreit einen an, wenn man sie nicht (mehr) gewöhnt ist. Dann doch lieber schlafen. Denn sobald die Sonne aufgeht, fängt hier die Party an. Ist zwar anders hier, aber doch sind irgendwie alle da.

Die ersten paar Stunden ist noch nicht so viel los, wie immer. Zeit genug, um in Ruhe mit dem Türsteher zu quatschen.

selfie mit dem türsteher

Der sieht furchteinflößender aus als er ist und hat eine Engelsgeduld. Meistens. War echt nicht einfach, ihn vor die Kamera zu kriegen, er steht nicht gern im Rampenlicht, aber für mich hat er eine Ausnahme gemacht.

Auf der ersten Party sind nur Schnösel unterwegs, alle im casual chic, man wird erstmal ausgecheckt und dann wird nur gemeckert, die Musik ist kacke, die Drinks sind kacke, die andern sind kacke, und man könnte ja wohl auch echt mal ein bisschen freundlicher sein. Der Ton macht schließlich die Musik. Ich zieh lieber weiter.

Ist eher so ein Underground-Ding, alles ein bisschen dunkler und dreckiger, das Bier ist billig und die Party kocht, in zwei Stunden wird der Schweiß von der Decke tropfen, das interessiert dann auch keinen mehr. Die Gäste sind etwas durchgeknallt, deswegen gibt’s auch öfters mal Ärger mit dem Türsteher, aber wer hier herkommt weiß: Das gehört irgendwie zum Game.

Bei dem Ruf sind natürlich auch die Zivilbullen nicht weit, haben sich aber mit dem Versuch, sich betont unauffällig zu kleiden, wieder mal auf 100m zweifelsfrei als Staatsgewalt in Zivil zu erkennen gegeben.

Mittlerweile ist es auch schon gegen 7 und die Party neigt sich dem Ende zu. Zeit, auch die letzten von der Tanzfläche zu fegen. Oder aufzuwecken. Er hier kommt immer zur selben Uhrzeit, trinkt zwei Bier und schläft dann seelenruhig neben der Box ein.

Erstmal ein Feierabendbier. Ich lasse mit dem Barkeeper meines Vertrauens bei Selbstgebranntem und Selbstgegrilltem den Tag ausklingen, wir spinnen wilde Gedanken, schmieden noch wildere Pläne und gehen dann schlafen, der Tag morgen fängt früh an and the show must go on.

 

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